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erlebtinmir – Meine Zeit mit Gott

 

Einige „Prominente“ plaudern für euch aus ihrer „intimen Beziehung“ mit Gott:

 

Marianne Dölker-Gruhler, schon lange bei den Apis als Landesmitarbeiter und mit ihrem Philipp (Handpuppe) bekannt

 

Was bedeutet dir diese Zeit?

Für mich ist die Zeit mit Gott immer wieder eine Herausforderung. Manchmal habe ich beim Bibellesen das Gefühl, es sagt mir gar nixx und hat überhaupt nichts mit mir zu tun … FRUST. Aber an anderen Tagen entdecke ich plötzlich neue Dinge über Gott, mich, mein Leben, bekomme Ermutigung, neuen Schwung, neue Kraft – und neue Herausforderungen zum Umsetzen im Alltag!

Irgend so ein alter Bruder hat mal gesagt: „Nicht immer teilt der Heiland königlich aus. Aber wer immer da ist, der ist auch dann da, wenn er königlich austeilt!“ Ich habe erlebt: das stimmt. Nicht nur im Blick auf Jugendkreis, Gottesdienstbesuch o.ä., sondern auch im Blick auf meine Zeit mit Gott. Deshalb versuche ich, möglichst regelmäßig „da zu sein“!


Wie erlebst und gestaltest du diese Zeit?

Seit ich verheiratet bin (Anmerk. Redaktion: Die Hochzeit war Herbst 2007), gestaltet sich diese Zeit etwas anders als vorher. Mein Mann muss um 6.30 Uhr aus dem Haus und weil wir bisher die Zeit mit Gott auch als gemeinsame Zeit sehr genießen, stehe ich mit auf (und das als Nachtmensch und eher Morgenmuffel…!). Wir frühstücken zusammen, lesen den Tagestext, tauschen kurz aus und beten noch zusammen. Das ist einfach schön und hilft uns in den Tag hinein. Wenn Rainer weg ist, habe ich noch Zeit (bevor die Kinder aufstehn), meine persönlichen Anliegen oder Anliegen für andere Gott zu bringen. (Manchmal gehe ich anschließend noch mal ins Bett … J )

 

Was würdest du uns (der Api-Jugend) für Tipps geben zur "Zeit mit Gott"?

o       Eine regelmäßige Zeit fest einplanen. Dabei bewusst machen: Jeder Tag hat 96 Viertelstunden. Kann ich wirklich sagen „Gott ist mir wichtig“, wenn ich keine davon für ihn reserviert bringe??

o       Bewusst machen: Jesus, der König aller Könige, nimmt sich Zeit für mich und erwartet mich schon …!

o       Methodisch immer wieder abwechseln. (Ideen unter „entdeckt“)

o       Ein „Zeit-mit-Gott-Heft“ anlegen, wo man sich einen wichtigen Gedanken notieren kann.

o       Das Reden mit Gott auch in den Tag hinein nehmen und dabei die Dinge des Alltags mit Gott in Verbindung bringen: kurze „Auszeiten“ (z.B. an der roten Ampel, auf der Toilette …) für ein kurzes Gebet nutzen und mich sozusagen von Gott anlächeln lassen …

 

Andrea Ruppert (Moderatorin vom LaJu 2008):

Ich bin Andrea, war bis vor kurzem als Api Diakonin in Brackenheim … und bin nun, seit 1.Oktober, als Kinder-, und Familienreferentin im Westfälischen Gemeinschaftsverband unterwegs. Ich bin „Ü 30“ und es gibt vieles, was ich nicht so besonders gerne mag: Pilze, Haie, kalte Regenwettertage … Doch es gibt noch viel mehr, von dem ich wirklich begeistert bin: Sonnige Strandtage, gemütliches Faulenzen, unterwegs sein mit Kindern und Jugendlichen, kreative Zeiten, Spannung, Spiel, Schokolade … und vor allem: Gottes kunterbunte, treue und segensreiche Geschichte mit uns Menschen!

 

Was bedeutet dir diese Zeit?
Wenn ich diese Frage auf die Schnelle beantworten soll, dann würde ich sagen: Meine Zeit mit Gott bedeutet für mich LEBEN … und ich versuche immer mal wieder am Tag meine Gedanken ganz bewusst auf Gott zu konzentrieren, um meine Zeit tatsächlich mit Gott zu gestalten. Doch … hier und jetzt geht es wohl um die wenigen Momente des Tages, an denen ich (wir) eingeladen sind, ganz bewusst in der Bibel zu lesen und mit Gott zu reden. Still sollte diese Zeit also nicht wirklich sein J

 

Wie erlebst und gestaltest du diese Zeit?
“Meine Zeit mit Gott“ ist meist am Morgen. Entweder frühstücke ich zusammen mit IHM, oder lasse mir einfach nur den morgendlichen Cappuccino gemeinsam mit Gott schmecken … und diese Kombination finde ich echt gut! Das Frühstück tut mir gut, um munter zu werden und in den Tag starten zu können. Es gibt mir Kraft und zumindest für ein paar Stunden die nötige Energie. Und meine Zeit mit Gott, das Lesen der Bibel und manch (wenn auch nur kurzes) Gebet!? DAS tut mir gut, weil ich „meinen besten Freund“ besser kennen und verstehen lernen kann … weil ich weiß, dass da jemand ist, der mich kennt und versteht. Ich werde munter und kann mutig in den Tag starten, denn da ist jemand, der genau diesen Tag mit mir und für mich gestaltet hat. Und nicht zuletzt gibt mir die Zeit mit Gott die nötige Kraft und Energie, mich den Höhen und Tiefen des Lebens zu stellen – ebenso wie die Menschen, die mir in der Bibel begegnen.

 

Was würdest du uns (der Api-Jugend) für Tipps geben zur "Zeit mit Gott"?

Ich weiß, dass es manchmal schwer fällt, sich diese „Zeit mit Gott“ zu nehmen … aber sie ist es wert! Und neben diesem Gedanken gibt es eigentlich nur noch einen Tipp, den ich UNS geben kann: Neugierig und gespannt darauf sein, Gott kennen zu lernen! (Denn wenn man IHN kennen lernt, und ER sich – im besten Sinne – in Kopf, Herz und Leben ausbreitet, dann ist „meine Zeit mit Gott“ eine wundersame und einfach schöne Zeit!)

 

Stefan Lepp, Initator des Projektes erlebtinmir.de und Leiter von Teens in Mission, Jugendmissionarischer Bereich der Liebenzeller Mission hat Jochen mit einem längeren Email aus dem Zug geantwortet: lest selbst…

 

„Der Wecker klingelt, verschlafen suche ich die Tür zum Bad. Pech gehabt, da war mal wieder jemand schneller. Auf unserer Jüngerschaftsschule von Teens in Mission lebe ich mit 30 Jugendlichen und 7 Mitarbeitern unter einem Dach. Da geht es morgens kurz nach 6:00 Uhr los mit Musik, Rufe, Kommentare, Geschirr das klappert und endet schließlich (wenn wir Glück haben mit dem letzten "schlaf gut" so gegen 24:00 Uhr.
Mittendrin habe ich eine kleine Leiterbude, die ich regelmäßig verbarrikadieren darf um vor drohenden Streichen einigermaßen geschützt zu sein. Dies ist wahrlich kein normales Leben, aber was ist schon normal für einen Menschen im 21. Jahrhundert? Die Ruhe des Bauernhofes ist längst dem Lärm und Stress einer über Computer und TV eindringenden Gesellschaft die uns einreden möchte, immer etwas zu verpassen, wenn man nicht schnell genug einem Angebot hinterher hechtet! So ist die Situation eines pubertierenden Internatslebens wohl  nicht einmal so getrieben wie das alltägliche Leben eines Durchschnittjugendlichen in Deutschland?!
Was aber nun, wenn mein frommes Gewissen, nach einer Andacht über "Zeit mit Gott", mir sagen muss: "Stefan, bei dir hat´s nun die ganze Woche wieder nicht geklappt mit Bibel lesen und Beten."
Und was, wenn aus dem ganzen Stress und dem Getrieben-sein im Leben das Beten nun auch zum Stressfaktor wir?
Das bringt dann ja mal gar nichts mehr - also lass ich eher!

Aber ist das die Lösung?
Nein!! - ist es meinem Geist doch klar das der Akku dringend aufgeladen gehört und schreit mein Herzen nicht längst nach einer Liebe, die nur Gott schenken kann (vor allem in den Zeiten, in denen Mama und Papa wieder miteinander zoffen). Und aus den Zeiten in denen ich Gott schon erlebte und sein Wort mein Leben erfrischte kommt  die Sehnsucht her, ähnliches wieder zu erfahren!
Also was tun?
Die Wüstenmönche fassten ihre Tipps in den drei Verben zusammen: fliehe, schweige, komme zur Ruhe!

Mir bleibt nichts übrig als gleiches in meinem Lebensumfeld zu tun!
1.) fliehe - das heißt, von all den Ablenkungen, Terminen, Menschen und unerledigten Aufgaben zu fliehen. „Fliehen“ meint weg von allem, was mich von Gott und seiner feinen Stimme ablenkt und meint: hin zu einem Ort an dem ich mich mit Leib, Seele und Geist auf Gott konzentrieren kann.
Während ich diese Zeilen schreibe bin ich gerade dabei zu fliehen. Ich sitze also im Zug und fahre weit weg, an einen Ort an dem mein Handynetz kein Empfang bekommt. Dort gibt’s kein Internet und kein Radio. Ich bin nur ausgestattet mit meiner Bibel, einem geistlichen Buch und etwas Wäsche. So werde ich die nächsten drei Tage verbringen. Jedes Jahr nehme ich mir 3-4 Tage, um so mit Gott eine Zeit der Intimität zu leben. Das Erleben mit dem der in mir lebt ist dann meist total überwältigend! Dann weiß ich wieder, dass Gott total real ist (was ich in manchen Lebenslagen schier vergessen hätte) und sein Wort sehr klar, direkt und persönlich wird!
Natürlich kann ich nicht jeden Monat drei Tage wegfahren. Und doch soll jeder Tag ein Tag mit Gott sein!
Was tue ich dann? Neben dem, dass ich genau so versuche täglich zu fliehen - z.B. in dem ich mit Jesus einen Spaziergang mache, Inliner fahre oder einfach am Waldrand auf eine Bank sitze, gibt es auch in den komischsten Situationen Möglichkeiten für die Zeit mit Gott! Manches mal muss man nur die Augen aufmachen und die Möglichkeiten entdecken!
Bei der Bundeswehr war ich mit 8 Kammeraden auf der Stube - da war ich nie alleine!
Bis ich entdeckte, dass es eigentlich immer ein "Stilles Örtchen" gibt!
So floh ich fort an auf das WC um mit Gott alleine zu sein - dies hab ich mir für besonders krassen Situationen bis heute beibehalten.

2) schweige - das heißt, ganz einfach mal: Klappe halten!
Krankt mein geistliches Leben oft daran, dass ich nicht verstanden habe, weshalb Gott mir zwei Ohren und nur einen Mund geschaffen hat??
Wenn wir uns aber Zeit mit Gott nehmen, quasseln wir ihm das Ohr zu - ohne auch mal einfach den Rand zu halten, um hörbereit zu werden. Zwei Ohren - durch hören empfangen wir Gottes Offenbarung - sein Wort. Also lerne doppelt so gut zu hören, bevor du beginnst deinen Mund zu benutzen! Könnte es sein, dass dann auch dein Reden wieder mehr Sinn macht?!
Die berechtigte Frage ist natürlich: halte ich die Stille überhaupt aus? Oder ist mein Reden der Notausgang aus der unerträglichen Stille, mit der so viele gar nichts mehr anfangen können? Dann wird es Zeit auch den dritten Tipp zu beachten:

3.) komme zur Ruhe - das meint, in eine innere Ruhe zu kommen!
Aufgewühlte Herzen, weinende Seelen sind genau so wenig empfangsbereit für Gottes Reden wie ein Handy, das dauerbesetzt ist.
Hier bin ich oft am Ende meiner eigenen Möglichkeiten und so komme ich zu Jesus und bitte ihn, mich und meine aufgeriebene Seele zur Ruhe zu bringen. Ich beginne ihm alles abzugeben - meine Schuld, mein Versagen, meine Fragen, die Erwartungen anderer und den Ärger! Jesus muss sich drum kümmern - und er tut es gerne.
Zur Ruhe kommen heißt dann auch einfach mal nur auf Gott zu blicken, ihn in focus zu nehmen.
Manches mal frage ich ihn einfach: "Jesus, was denkst du über mich?" oder "Jesus, wie siehst du mich?" oder "Jesus, willst du mir was sagen?"
Manches mal schweigen wir aber auch nur und genießen die Zeit zu Zweit - bei einem Kaffee oder einem Spaziergang.
Er und ich! Und weil er in mir lebt, beginnt er häufig auch in mir zu reden. Er gebraucht meine Gedanken und ruft mir Bibelworte in den Sinn, die genau meine Lebenssituation treffen, mich ermutigen und mir weiterhelfen!
Diese Zeiten sind die wahren Kostbarkeiten meines Lebens. Daraus fließt Kraft für den Rest des Tages oder der Woche.

Komme ich nun zurück aus solch einer Zeit der Intimität mit Gott, ist mein Herz wieder eingestellt auf Gottes Sendenetz und dann fällt es mir leichter Gottes Stimme auch dann in mir zu hören, wenn ich im Speisesaal mit rund 40 quakenden Personen sitze!

Erlebtinmir - eins ist dann sicher: allein bist du nie!
Unser Herr segne dich
dein Stefan Lepp