Bezirk

Wie erkenne ich den Willen Gottes?

einzelne Statements von verschiedenen „Gotteskindern“

Tabea Werz

„Gott schenkt mir ein Brennen im Herzen für sein Anliegen“

Tabsy (Tabea Werz), 24 Jahre, Freudenstadt (JK-Mitarbeiterin; LaJu-Team)

Ich hab mal einen 2jährigen missionarischen Einsatz bei OM gemacht. Als ich da auf dem Doulos-Schiff unterwegs war, war mir oft nicht ganz klar, ob ich wirklich von Gott dazu berufen worden war. Jetzt wo ich wieder in Deutschland bin, merke ich, dass mich momentan nichts zur Doulos zurückzieht, außer die guten Erinnerungen. Ganz anders VORHER! Da war ich Feuer und Flamme gewesen! Alles was es über die Schiffe zu lesen gab, musste ich haben. Ich war wie verliebt gewesen, in diese evangelistische Arbeit per Schiff. Warum nur?

Das hat Gott gemacht! Heute sind es ganz andere Sachen, die ER mir im Herzen brennen lässt. Heute weiß ich etwas besser, wie sich das anfühlt. Wichtig ist mir, dass diese brennenden Ideen mit Gott, also mit den wesentlichen Aussagen der Bibel, im Einklang sind. Dann geht’s ab!

 

 

Susanne und Markus Hiller

Susanne und Markus Hiller, von 1991 bis 1995 Api-Gemeinschaftspfleger im Bezirk Nagold, seit 1995 bei der DIPM, mit der wir seit 10 Jahren in Brasilien sind und unter Indianern des Amazonasgebietes arbeiten.

Luther soll gesagt haben:
Es gibt drei Weisen, wie der Reiter sein Pferd lenkt: Wenn das Pferd in die richtige Richtung läuft, dann tut der Reiter nichts. Er lässt den Gaul laufen. Wenn das Pferd einen "Hang" hat nach der falschen Richtung zu laufen, dann korrigiert der Reiter die Richtung mit einem leichten Zug am Zügel . Wenn das Pferd sich ganz verlaufen hat, dann ist eine kräftige Richtungsänderung dran. Im schlimmsten Fall steigt der Reiter sogar ab und manövriert das Pferd zuerst, um danach wieder weiter reiten zu können.
Manchmal haben wir den Wunsch für "große" Zeichen Gottes in unserem Leben. Aber das ist eigentlich nur nötig, wenn wir´s nicht blicken! Gott hat uns seinen Heiligen Geist gegeben mit dem er uns leitet. Außerdem gibt es soviel allgemeine Aufgaben, die allen Christen gelten, dass wir schon genug damit zu tun haben. Selbstverständlich gibt es tausende persönliche Fragen, die wir direkt mit unserem Herrn Jesus klären müssen. Da gibt es nur eins (und das wir bis zum Lebensende so bleiben), dass wir in einer guten Beziehung zu Jesus leben müssen, wenn wir eine Antwort von ihm hören wollen. Er ist wie ein guter Vater, der uns antwortet, wenn wir ihn um Rat fragen. Dazu muss aber die Beziehung stimmen.

 

 

Johannes Börnert

„Ich legte mein Leben ganz in Gottes Hände“

Johannes Börnert (Gemeinschaftspfleger in Willsbach)

Ich komme aus Welzheim, bzw. frisch von der Ev. Missionsschule Unterweissach. Nun wohne ich mit meiner Frau Heike im schönen Weinsberger Tal in Obersulm-Willsbach. Seit 1. September 2006 bin ich hier im Bezirk Willsbach/Mainhardter Wald als Gemeinschaftspfleger bei den Apis angestellt. Es macht mir Freude mit Menschen zusammen zu kommen und das lebendige Wort Gottes unter sie zu bringen.

Ich werde immer wieder gefragt, wie ich Gottes Willen in meiner Führung zu den Apis in den Hauptamtlichen Dienst erkannt habe? Nun, ich habe diesen Weg immer wieder bestätigt bekommen. Ich habe Gott mein Leben, mein Lebensweg ganz in seine Hände gelegt und ihn gebeten, dass er mich führt und leitet, wo er mich haben möchte. Und es ist interessant und aufregend, wie und wo er führt. Ja, und nun bin ich hier in Willsbach. Ich habe erfahren, dass ich seinen Willen da erkenne, wo ich selber nicht mehr weiterkomme und mich ganz auf ihn verlasse. Wer sich darauf einlässt, erlebt aufregende Momente!

 

 

Margret und Helmut Bentz

Gottes Führung? – der Zettel fiel nicht vom Himmel – ein schwerer Weg des Gehorsams

Margret Bentz, ehemalige Hausmutter vom Schönblick, Missionarin in Neuguinea (West-Papua), jetzt wohnhaft in Steinheim a. A.

Als junges Ehepaar, gerade ein ¾ Jahr verheiratet, bauten wir die Camping-Mission in Kärnten auf. Nach der Saison  im extrem kalten Winter erreichte uns am 11. Januar 1963 ein Brief der Leitung der Missionsschule Unterweissach, wo mein Mann auch ausgebildet war. Erstaunt lasen wir die Bitte: „Seid ihr bereit als Missionare nach Neuguinea zu gehen, dort leben Menschen noch in der Steinzeit als Kannibalen? Könnt ihr das als Ruf Gottes erkennen, wenn ja, dann kommt so bald wie möglich nach Unterweissach zu einem Gespräch. Die Rhein-Mission sucht ein Ehepaar, wir im Vorstand haben an euch gedacht.“

Das schlug ein wie eine Bombe! Es war klar „nein“ sagen von vornherein können wir nicht. Unsere Überraschung war so groß, weil nie ein Gedanke da war einmal in die äußere Mission zu gehen. Am folgenden Tag war die Losung: „Werdet ihr der Stimme des Herrn nicht gehorchen, so wird die Hand des Herrn wider euch sein.“ Eine klare Aussage! Dass wir gerade erst wussten, dass unser erstes Kind unterwegs war, machte die Entscheidung für mich recht schwer. Meinem Mann war recht schnell klar, ja Gott meint uns mit dieser Anfrage, er war bereit. In mir wehrte sich alles gegen diesen Auftrag, ich hatte einfach Angst und hoffte, dass vielleicht noch jemand anderes gefunden würde; nein nicht ich!!

Wollte Gott mit dieser Anfrage meinen Glauben, meinen Gehorsam prüfen, mein Vertrauen zu seinem Weg? Am folgenden Tag die Losung: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur!“ Mk 16,15. Mir wurde klar, ich konnte Gott nicht davon laufen. Die Entscheidung stand unter großem Zeitdruck. Die Kolonialmacht Holland verließ Neuguinea und am 1. Mai sollte Indonesien die Insel übernehmen und vor diesem Termin sollten wir im Land sein. – Genau zwei Monate und fünf Tage nach der Anfrage war der Abflug nach Neuguinea. Umzug von Kärnten, Kisten packen, Abschied, alles lag hinter uns. Mir war als ob ich träumte. „Wie Gott mich führt, so will ich gehen“, dieses Lied wurde uns zum Abschied gesungen. An unserem 1. Hochzeitstag im Flugzeug in 10 000 m Höhe lasen wir die Losung: „Siehe ich will dich läutern, ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elends!“ (Jes. 48,10) und der Lehrtext: „Dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen!“ Gänsehaut! – Gott du bist heilig! – Wie wird alles gehen?

Über zwei Jahre arbeiteten wir auf einer schon bestehenden Missionsstation, bis wir dann durch die politische Situation gedrängt auf einem Erkundungsflug ca. 40 kleine Dörfer mit Menschen ohne Jesus entdeckten. Mit 20 Einheimischen erreichte mein Mann nach fünf Tagesmärschen durch den Urwald die Dorfgruppen. Ein Flugplatz (Rasenpiste) wurde gebaut, die erste Landung war gelungen. Wegen eines komplizierten Beinbruchs mussten wir einen Aufenthalt in Deutschland antreten. Als wir dann zurückkamen und ich nach nun über drei Jahren erstmalig in dem für mich neuen Gebiet landetet, wie ich die Frauen sah und ihre Freude erkannte, indem sie mir Süßkartoffeln und Gemüse brachten, wurde mir schlagartig klar, hier an diesem Platz will Gott dich haben, das ist die Platzanweisung von Gott. Ganz große Freude überkam mich, dafür war ich Gott von Herzen dankbar. Mir wurde auch klar, Gott wollte mein Vertrauen und meinen Gehorsam für seinen Weg mit mir. Es wurden zwölf sehr erfüllte Jahre, wir haben viele Wunder Gottes erlebt.

Es lohnt sich, es mit Gott zu wagen! Er gibt seine Erklärungen zu seiner Zeit, nicht unbedingt wenn wir es wollen.