Aufgabe 9: Das Geschenk des Trostes
KW 36 (4. - 10. September)
Psalm 118,5
In der Angst rief ich den HERRN an;
und der HERR erhörte mich
und tröstete mich.
2. Korinther 1,3-4
Gelobt sei Gott,
der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der Vater der Barmherzigkeit
und Gott allen Trostes,
der uns tröstet in aller unserer Trübsal,
damit wir auch trösten können,
die in allerlei Trübsal sind,
mit dem Trost,
mit dem wir selber getröstete werden
von Gott.
Ein Kapitän fuhr mit seinem Segelschiff auf hoher See. Auf dieser Reise hatte er auch seine Familie mitgenommen. In einer der ersten Nächte erhob sich ein mächtiger Sturm, der alle aus dem Schlaf riss und aufschreckte.
„Ist der Vati auf Deck?“, rief Claudia, die wachgewordene jüngste Tochter des Kapitäns. „Ja, der Vater ist auf Deck“, gab man ihr zur Antwort. Da legte sich das kleine Mädchen ohne Furcht wieder auf die andere Seite und in wenigen Minuten schlief es trotz des starken Sturmes wieder ein.
Wie steht es mit uns? Auch wir haben unsere Stürme, unsere Nöte und Ängste: der Schüler fürchtet sich vor den stets steigenden Anforderungen in der Schule; der Teenager vor der Sicherung seiner Lebensstellung; der im Kampf stehende Mann vor den hundert Schwierigkeiten, die ihn täglich in der Welt bedrängen; der alte Mensch vor der Abnahme seiner Kräfte, und alle zuletzt vor der Zukunft – vor der Not des Todes. Aber sollten nicht auch wir uns in allen Stürmen und Ängsten unseres Lebens trösten? Die Antwort an uns lautet doch ebenso: „Der Vater ist auf Deck!“ Zu Beginn des Jahres 1945 schrieb Dietrich Bonhoeffer aus dem Gefängnis der „Gestapo“ an Mutter und Braut das Gedicht, das seitdem schon vielen zum Trost werden durfte:
„Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Nach L. Haug







